Preisträger 1980

rolf hochhuth

Geschwister-Scholl-Preis 1980, Hochhuth, CoverRolf Hochhuth
"Eine Liebe in Deutschland "

Rowohlt Verlag
Reinbek bei Hamburg 1978

 

lieferbare Ausgabe:
Rowohlt Taschenbuch Verlag
Reinbek bei Hamburg 1983
318 Seiten, € 8.90
ISBN 3-499-15090-5

 

Die Verleihung

Am 13. November 1980 nahm Rolf Hochhuth den Preis entgegen. Oberbürgermeister Erich Kiesl und Hans Dieter Beck, Vorsitzender des Verbandes Bayerischer Verlage und Buchhandlungen e.V. (ehemaliger Name des Verbandes bis 2003), überreichten als Stellvertreter der Stifter die Urkunde.

Die Laudatio bei der Preisverleihung hielt Armin Eichholz.

 

Die Begründung der Jury

Der Schriftsteller und Dramatiker Rolf Hochhuth befördert mit seiner ersten größeren Prosaarbeit die Einsicht in drei exemplarisch deutsche Vorgänge auf eine Weise, die der außergewöhnlichen Verpflichtung dieses Preises entspricht. Er rekonstruiert die am Galgen und im KZ endende Liebesgeschichte eines polnischen Kriegsgefangenen und einer Deutschen im Jahr 1941. Er beschreibt gleichzeitig seine Eindrücke beim Befragen überlebender Zeugen. Außerdem erörtert er die aktuellen Folgen seiner publizierten Ermittlungen. Mit der Unbedingtheit des extremen Moralisten, intolerant gegen jede Verschleierung, bewältigt Rolf Hochhuth diesen Stoff in einer Betroffenheit, die spürbar ihn selbst überwältigt. Mit dem Preis wird vor allem eine Haltung gewürdigt, die von politischer, ideologischer Unabhängigkeit zeugt, Antworten auf unbequeme Fragen provoziert und so dem verantwortungsbereiten Gegenwartsbewusstsein wichtige Impulse verschafft.

 

rolf hochhuth

Rolf Hochhuth wurde 1931 in Eschwege/Nordhessen geboren. Nach einer Buchhandelslehre war er in verschiedenen Funktionen in der Verlagsbranche tätig. Während eines Rom-Aufenthalts konzipierte er 1959 sein erstes Drama „Der Stellvertreter“. Dieses erregte nach der Uraufführung in Berlin weltweites Aufsehen. Seither hat Hochhuth immer wieder ein untrügliches Gespür für die brennenden Themen der Zeit bewiesen. Er lebt als freier Schriftsteller in Basel und Berlin.

 

Das Werk

Die Geschichte erzählt von der Liebe einer deutschen Gemüsefrau und eines polnischen Kriegsgefangenen. Schauplatz ist ein badisches Dorf im Jahr 1941. Pauline Krop, Mutter zweier Kinder, hat sich während der andauernden Trennung durch den Kriegsdienst innerlich von ihrem Mann entfernt. Als der junge Zwangsarbeiter Stasiek Zasadas anbietet, ihr bei den beschwerlicheren Arbeiten in ihrem Geschäft zur Hand zu gehen, kommen sich beide näher. Von der ersten Begegnung bis hin zum tödlichen Ausgang der verbotenen Beziehung basiert alles auf einer wahren Begebenheit. Rolf Hochhuth hat die Ereignisse bis ins Detail recherchiert. Anhand von Originaldokumenten spürt er insbesondere den Einzelheiten und Hintergründen der oft verdrängten Thematik der Zwangsarbeit nach. Der exemplarisch dargestellte Fall Stasiek Zasadas veranschaulicht den Status, den Tausende von Menschen aus den osteuropäischen Ländern im Dritten Reich hatten. „Eine Liebe in Deutschland“ wurde 1983 mit Hanna Schygulla und Armin Müller-Stahl verfilmt.

 

Die Mitglieder der Jury 1980

Peter de Mendelssohn, Dr. Franz Henrich, Dr. Karl Schumann, Hans Schwab-Felisch,
Dr. Gisela Uellenberg, Armin Eichholz, Herbert Rosendorfer, Prof. Dr. Werner Ross

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