Preisträger 1981

reiner kunze

Geschwister-Scholl-Preis 1981, Kunze, CoverReiner Kunze
"Auf eigene Hoffnung "

 

S. Fischer Verlag
Frankfurt am Main 1981
112 Seiten, € 14.00
ISBN 3-10-042007-1

 

Die Verleihung

Am 24. November 1981 nahm Reiner Kunze den Preis entgegen. Oberbürgermeister Erich Kiesl und Hans Dieter Beck, Vorsitzender des Verbandes Bayerischer Verlage und Buchhandlungen e.V. (ehemaliger Name des Verbandes bis 2003), überreichten als Stellvertreter der Stifter die Urkunde. Am Ende der feierlichen Veranstaltung las Reiner Kunze aus dem prämierten Gedichtband "auf eigene hoffnung".

Die Laudatio bei der Preisverleihung hielt Werner Ross.

 

Die Begründung der Jury

Der Lyriker und Erzähler Reiner Kunze darf für sich in Anspruch nehmen, ein Dichter zu sein: nämlich jenseits von Tendenzen und Tendenzwenden die Fähigkeit zu besitzen, das „Herz der Dinge“ auszusagen. Die Freiheit dazu hat er sich in der DDR genommen, trotz aller für ihn erwachsenden Nachteile. Er hat diese Freiheit, umworben von Kritikern und Verlegern, Politikern und Meinungsmachern, auch in der Bundesrepublik praktiziert, vogel-frei. Der Gedichtband „Auf eigene Hoffnung“ ist das Zeugnis dieser aus der Tiefe des poetischen Bewusstseins schöpfenden und in ihr wurzelnden Unabhängigkeit. Ihr gelingt es, im bescheidenen Bild, im alltäglichen Vorfall, Spuren wieder auffindbarer Werte kenntlich zu machen, von der Frömmigkeit bis zur schlichten Mitmenschen-Nachbarschaft. Für ihn gilt, was er über ein Porträt geschrieben hat: Noch sein schatten / hat rückgrat.

 

reiner kunze

Der Schriftsteller Reiner Kunze wurde 1933 als Sohn eines Bergarbeiters in Oelsnitz im Erzgebirge geboren. Er studierte Philosophie und Journalistik in Leipzig. Ab 1962 lebte er als freiberuflicher Schriftsteller in Greiz (Thüringen). Am Tag der Zerschlagung des Prager Frühlings durch die Truppen des Warschauer Pakts gab Kunze sein Parteibuch zurück. 1976 wurde er aus dem DDR-Schriftstellerverband ausgeschlossen. 1977 stellte Reiner Kunze einen Antrag auf Entlassung aus der DDR-Staatsbürgerschaft. Im selben Jahr noch siedelte er mit seiner Frau und seiner Tochter in die Bundesrepublik über. Seit Ende 1977 lebt er in Obernzell-Erlau bei Passau.

 

Das Werk

Das Erscheinen des Prosabandes „Die wunderbaren Jahre“ im Herbst 1976 und der kurz darauf folgende Weggang Reiner Kunzes aus der DDR standen damals im Brennpunkt des literarischen und kulturpolitischen Interesses. „Auf eigene Hoffnung“ ist das erste Buch, das unter den veränderten Lebensbedingungen entstanden ist. In Reiner Kunzes Gedichten spiegeln sich die neuen existentiellen Erfahrungen des Dichters und seine Konfrontation mit dem „neuen“ Deutschland wider.

 

Die Mitglieder der Jury 1981

Peter de Mendelssohn, Dr. Franz Henrich, Dr. Karl Schumann, Hans Schwab-Felisch,
Dr. Gisela Uellenberg, Armin Eichholz, Herbert Rosendorfer, Prof. Dr. Werner Ross

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