Preisträger 1983

walter dirks

Geschwister-Scholl-Preis 1983, Dirks, CoverWalter Dirks
"War ich ein linker Spinner? Republikanische Texte von Weimar bis Bonn "

 

Kösel-Verlag
München 1983


nur antiquarisch erhältlich

 

Die Verleihung

Am 28. November 1983 nahm Walter Dirks den Preis entgegen. Bürgermeister Winfried Zehetmeier und Klaus G. Saur, Vorsitzender des Verbandes Bayerischer Verlage und Buchhandlungen e.V. (ehemaliger Name des Verbandes bis 2003), überreichten als Stellvertreter der Stifter die Urkunde.

Die Laudatio bei der Preisverleihung hielt Albert von Schirnding.

 

Die Begründung der Jury

Der Publizist und Essayist Walter Dirks setzt sich in leidenschaftlicher Sorge für die Humanisierung der Wirklichkeit ein. Sein literarisches und journalistisches Wirken, das in einer ebenso entschieden sozialistischen wie entschieden christlichen Überzeugung wurzelt, reicht von den späten Jahren der Weimarer Republik bis in unsere Tage. Diesen Zeitraum umspannen die unter dem Titel „War ich ein linker Spinner?“ vereinigten Texte, die sich mit politischen, ethischen, religiösen Themen befassen.
Der Band dokumentiert aufs Eindrucksvollste die Vielfalt und Kontinuität eines lebenslangen kritischen Engagements. Eigen-Sinn und Unbestechlichkeit dieses streitbaren Denkens verbinden sich mit einer Bereitschaft zum Dialog, die im Laufe der Jahre noch zuzunehmen scheint. Das Buch von Walter Dirks ist aber mehr als das Zeugnis einer beispielhaften republikanischen Gesinnung. Die hier in sprachlicher Meisterschaft formulierten Beobachtungen, Analysen, Vorschläge erweisen sich gerade im jetzigen Zeitpunkt als erstaunlich, ja bestürzend aktuell. Es würde sich lohnen, auf diese warnende, mahnende, mutige und ermutigende Stimme zu hören. Was Walter Dirks vor dreißig Jahren schrieb, gilt heute noch: „Es ist niemals zu spät, zu sehen, was ist, zu erkennen, was ist; und es ist selten zu spät, zu sagen, was ist.“

 

Walter dirks

Walter Dirks wurde 1901 in Hörde bei Dortmund geboren. Nach seinem Studium der Philosophie, Soziologie und Theologie setzte er sich aktiv für die Verwirklichung linkskatholischer Ideale ein. Er arbeitete als Kulturverantwortlicher für den Rundfunk und mehrere Zeitungen. Walter Dirks war Mitbegründer der Frankfurter Hefte. Bis zu seinem Tod 1991 lebte er als freier Schriftsteller in Wittnau bei Freiburg.

 

Das Werk

Sechs Jahrzehnte publizistische Arbeit dokumentieren sich in Walter Dirks Archiv, Zeitgeschichte aus dem Blick des sich kritisch zu Wort meldenden Journalisten. Der Sammelband „War ich ein linker Spinner?“ lässt sich auch als Bilanz dieser jahrzehntelangen Tätigkeit lesen. Seine Auseinandersetzung mit politischen, ethischen und religiösen Themen reichen von der Weimarer Republik bis in die Politik der 80er Jahre. Mit Dirks Texten ist ein Durchforschen der Vergangenheit auf Erfahrungswerte möglich, die sich auch auf die heutige Zeit übertragen lassen: widerstehen, sich einmischen, das Prinzip der Menschlichkeit und Vernunft hochhalten.

 

Die Mitglieder der Jury 1983

Hans Schwab-Felisch, Dr. Gisela Uellenberg, Armin Eichholz, Herbert Rosendorfer,
Prof. Dr. Werner Ross, Jost Herbig, Prof. Dr. Martin Broszat, Leonhard Reinisch, Albert von Schirnding

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