Preisträger 1990

Eberhard jäckel / lea rosh

Geschwister-Scholl-Preis 1990, Jäckel/Rosh, CoverEberhard Jäckel / Lea Rosh
"Der Tod ist ein Meister aus Deutschland. Deportation und Ermordung der Juden. Kollaboration und Verweigerung in Europa. "

 

Hoffmann und Campe
Hamburg 1990


nur antiquarisch erh ältlich

 

Die Verleihung

Am 25. November 1990 nahmen Eberhard Jäckel und Lea Rosh in der Großen Aula der Ludwig-Maximilians-Universität München den Preis entgegen. Oberbürgermeister Georg Kronawitter und Joachim Spencker, Vorsitzender des Verbandes Bayerischer Verlage und Buchhandlungen e.V. (ehemaliger Name des Verbandes bis 2003), überreichten als Stellvertreter der Stifter die Urkunde.

Die Laudatio hielt die Literaturwissenschaftlerin Rachel Salamander.

 

Die Begründung der Jury

Immer wieder hat sich die Fernsehjournalistin Lea Rosh in Filmen, Dokumentationen und Talk-Shows mit dem Unbegreiflichen jüngster deutscher Geschichte auseinandergesetzt, mit Opfern und Tätern. Ihre bisher umfangreichste Arbeit hat sie zusammen mit dem Historiker Eberhard Jäckel vorgelegt. Nach mehrjährigen Recherchen und Dreharbeiten sind vier Fernsehfilme und darüber hinaus eine eigenständige Buchdokumentation „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ entstanden. An der Vernichtung der europäischen Juden haben sich etwa 17 Länder beteiligt. Die grundlegende Dokumentation von Lea Rosh und Eberhard Jäckel deckt den unterschiedlichen Grad von Mitwirkung und Verweigerung in den jeweiligen europäischen Ländern auf. Die drängende Frage, warum sich einzelne Länder unterschiedlich verhalten haben, erhält eine Antwort, ohne dabei die deutsche Urheber- und Täterschaft auch nur im geringsten zu vernachlässigen. Die Autoren vergleichen, aber setzen nicht gleich. Mit der Herausbildung der Eigenständigkeit Mitteleuropas und im Selbständigwerden der osteuropäischen Staaten werden sich diese fragen, woher sie kommen und was sie sind. Die Frage nach der Identität heißt auch die Frage nach der Zukunft stellen, und das bedeutet aber immer auch an Vergangenes anschließen, so wie es dieses Buch tut.

 

eberhard jäckel / Lea Rosh

Eberhard Jäckel, geboren 1929 in Wesermünde, studierte Geschichte, klassische Philologie und Öffentliches Recht. Er promovierte und habilitierte sich 1961 mit einer Arbeit über Hitlers Frankreichpolitik. In der Nachfolge von Golo Mann leitete Jäckel ab 1967 und bis zu seiner Emeritierung den Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Universität Stuttgart. 2017 ist Eberhard Jäckel im Alter von 88 Jahren gestorben.

Lea Rosh wurde 1936 in Berlin als Edith Rosh geboren. Sie studierte Geschichte, Soziologie und Publizistik. In den 70er Jahren startete sie ihre Karriere beim Norddeutschen Rundfunk, entwickelte das Magazin „Frauenforum“, wechselte dann zum ZDF-Studio nach Berlin. Sie moderierte unter anderem „Kennzeichen D“ und die Talksendung „3 nach 9“.

 

Das Werk

"Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ basiert auf vier Dokumentarfilmen zum Thema Deportation und Ermordung der Juden in Europa. Lea Rosh und Eberhard Jäckel haben sich zwölf beispielhafte Schauplätze ausgewählt, um dort jeweils nach den Besonderheiten in der damaligen Situation von Krieg und Besatzung zu forschen. Was sind die Gründe dafür, dass der Grad der Mitwirkung bzw. Verweigerung so stark variiert? Weshalb fanden in Dänemark 1% der dort lebenden Juden den Tod, in Polen und den Niederlanden hingegen 80 %? Die Autoren berücksichtigen die verhängnisvolle Urheberschaft Deutschlands, sie werfen aber auch einen exakten Blick auf die jeweiligen Hintergründe und Details von Kollaboration und Widerstand in Europa. Die unterschiedlichen Verhaltensweisen von Staat und Bevölkerung werden auf diese Weise nachvollziehbarer.

 

Die Mitglieder der Jury 1990

Armin Eichholz, Herbert Rosendorfer, Prof. Dr. Werner Ross, Leonhard Reinisch, Albert von Schirnding, Barbara Mantler-Bondy, Dr. Rachel Salamander, Prof. Dr. Kurt Sontheimer,
Dr. Norbert Frei

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