Preisträger 1994

Heribert prantl

Geschwister-Scholl-Preis 1994, Prantl, CoverHeribert Prantl
"Deutschland - leicht entflammbar. Ermittlungen gegen die Bonner Politik "

 

Carl Hanser Verlag
München 1994
296 Seiten, € 14.90
ISBN 3-446-17691-8

 

Die Verleihung

Am 21. November 1994 nahm Heribert Prantl in der Großen Aula der Ludwig-Maximilians-Universität München den Preis entgegen. Oberbürgermeister Christian Ude und Wolfram Göbel, Vorsitzender des Verbandes Bayerischer Verlage und Buchhandlungen e.V. (ehemaliger Name des Verbandes bis 2003), überreichten als Stellvertreter der Stifter die Urkunde.

Die Laudatio hielt Bundesminister a.D. Gerhart R. Baum

 

Die Begründung der Jury

Mit „Deutschland – leicht entflammbar. Ermittlungen gegen die Bonner Politik“ von Heribert Prantl soll ein Buch ausgezeichnet werden, das sich kompromisslos und mutig für die Bewahrung der Liberalität in Deutschland einsetzt. Prantls Ermittlungen schildern den politischen Alltag und ziehen eine bedenkliche Bilanz des Verfalls der gegenwärtigen deutschen Rechts- und Innenpolitik. Prantls klare Stimme, die in der deutschen Publizistik ohnegleichen ist, dokumentiert die drohende Niederlage der Vernunft gegen politische Angst-Rhetorik. Entschieden fordert er die Beachtung der Grundrechte. Der liberale Rechtsstaat darf kein Haus ohne Hüter sein.

 

Heribert prantl

Heribert Prantl wurde 1953 in Nittenau /Oberpfalz geboren. Er studierte Rechtswissenschaften, Philosophie und Geschichte und absolvierte eine Ausbildung zum Journalisten. Mehrere Jahre war Prantl als Richter an verschiedenen bayerischen Amts- und Landgerichten sowie als Staatsanwalt tätig. Seit 1987 ist er Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung, wo er seit 1995 das Ressort Innenpolitik leitet.

 

Das Werk

"Deutschland leicht entflammbar“ ist eine Dokumentation des politischen Alltags Anfang der neunziger Jahre und eine Analyse der damals aktuellen deutschen Rechts- und Innenpolitik. Am Beispiel der verschärften Asylgesetze versucht Heribert Prantl eine allgemeine Trendwende der Politik zu belegen. Prantl geht in seinen – in Anspielung auf seine frühere Tätigkeit als Staatsanwalt benannten – „Ermittlungen gegen die Bonner Politik“ nicht nur auf die Gesetzgebungsverfahren im Ausländerrecht ein, sondern auch auf Lauschangriff, Verfassungsschutz, Verfassungsreform, Drogenpolitik, Bankgeheimnis, Strafvollzug und ähnlich brisante Themen. Das Buch ist eine Streitschrift für Rechtsstaatlichkeit und demokratische Ordnung und ein Plädoyer für Werte und Ideen einer liberalen zivilen Gesellschaft.

 

Die Mitglieder der Jury 1994

Dr. Norbert Frei, Knud von Harbou, Dr. Gabriele von Arnim, Peter Hamm, Günther Bergmann, Luitgard Kirchheim, Dr. Tilman Spengler

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