Geschwister-Scholl-Preis 2008 - david grossman

laudatio von Rachel salamander

 

Jedes Mal, wenn David Grossman nach München kommt, geht er im Englischen Garten spazieren. Er macht diesen Spaziergang jedoch nie alleine: „Ich nehme immer eine ganze Schar von Freunden in den Englischen Garten mit“, so erzählt er, „Walter Benjamin, Kurt Tucholsky und Else Lasker-Schüler, Ernst Lubitsch, Franz Werfel, Bruno Schulz und Primo Levi, solche, die in München gelebt haben und andere, die nie dort waren. Ich nehme“, sagt David Grossman, „jedesmal ein Buch mit, das einer von ihnen geschrieben hat, oder ein Gedicht oder eine Szene aus einem Film. Wir gehen durch den Park und reden, und ich denke immer daran, wie es sein muss, wie ein verfolgtes Tier durch diese herrliche Natur zu irren.“

Ja, die Verfolgten und Verbrannten, die ins Exil Getriebenen, die Erschlagenen lassen diesen israelischen Schriftsteller nicht los. Dabei ist er gar kein Kind von Überlebenden des Völkermordes – auch wenn man häufig das Gegenteil liest. David Grossmans Vater wanderte 1936 als Kind aus Polen nach Israel aus, das damals noch Palästina hieß und britisches Mandatsgebiet war. Seine Mutter wurde dort geboren. Und doch hatte auch Grossmans Familie Teil an der großen, der existenziellen Angst, die sich seit jenem Genozid über die kollektive jüdische Psyche herabgesenkt hat. Immer ging man sozusagen auf Zehenspitzen, weil man ja schon wusste, was aus den Anderen, den Nebenmenschen, im schlimmsten Fall herausbrechen konnte – man wusste, wie leicht Nebenmenschen sich in Gegenmenschen verwandeln konnten.

„Ein Druck auf den Schalter der Erinnerung, und das gesamte Geschehen wallt auf“, schreibt David Grossman, auch bei der jungen Generation „den scheinbar furchtlosen Juden, die sich von den Ängsten der Eltern befreit glaubte“. Und David Grossman weiter: „Wieder und wieder werden wir darauf gestoßen, dass beinahe jeder von uns, ob er will oder nicht, eine Art Brieftaube des Holocaust ist, die immer wieder zu diesem Ausgangspunkt zurückkehrt.“

Doch es ist natürlich nicht nur der Holocaust, der aus David Grossman, dem Israeli, einen ganz und gar europäischen Schriftsteller, einen von uns macht. Auch die Literatur hat ihn zum Europäer geformt. Zu seinen Urahnen zählen Kafka, Joyce, Thomas Mann. In seinem Essayband „Die Kraft zur Korrektur“ erzählt Grossman, wie er als Achtjähriger die Geschichten vom Scholem Alejchem, dem Klassiker der jiddischen Literatur, für sich entdeckte. Sie müssen bedenken: Das war in jenem Israel, in dem David Grossman 1954 hineingeboren wurde, noch sehr ungewöhnlich. Als echter Sabre, als israelisches Rauhbein, interessierte man sich damals nicht für die jüdische Diaspora. Jahrelang hatten die Zionisten einen unbarmherzigen Kulturkampf gegen das Jiddische geführt. Die jiddische Sprache und alles, was mit ihr zusammenhing, galt als degeneriert, verachtenswert, gehörte zum Opferdasein der Juden. David Grossman aber konnte sich von Hersch Leijb, von Schneur, von Menachem Mendel, von Iwan Pitzkor und Pater Alexej nicht losreißen. Ihre Welt wurde seine Welt. Dabei las er die Geschichten von Scholem Alejchem in hebräischer Übersetzung, und weil das Hebräische damals noch sehr jung war, gab es Wörter im Text, die der kleine David nicht verstand. Vielleicht war es dieses Erlebnis – Lesen, ohne alles zu verstehen -, das aus Grossman einen Schriftsteller machte.

In Wahrheit sind aber die beiden Felder, die aus Grossman einen Europäer machen, gar nicht voneinander zu trennen. Der Holocaust und die Literatur – diese Themen überschneiden sich. In „Die Kraft zur Korrektur“ erzählt David Grossman von dem Tag – einem Holocaustgedenktag in Israel -, an dem ihn plötzlich die schwarze Erkenntnis überfiel, dass all die Figuren aus den Geschichten von Scholem Alejchem, die er so sehr liebte, umgebracht worden waren. Dass in den Orten, die Kasrilivke und Jehupitz heißen, heute keine Juden mehr leben. Dabei macht Grossman eine erhellende Anmerkung. Ihm fällt auf, dass Juden, wenn sie von jenem Genozid sprechen, DORT sagen, von DORT reden. Nichtjuden sagen DAMALS. Es ist, als wenn in der Vorstellung der Juden alle Zeiten gleichzeitig existierten, alle Vergangenheiten und die Gegenwart, und so gibt es also ein Land namens DORT, in dem Hersch Leijb und Schneur und Menachem Mendel noch lebendig sind, und es gibt ein DORT, in dem der Völkermord an Europas Juden immer noch begangen wird, jetzt, in diesem Augenblick, während ich zu Ihnen spreche. DORT, in dem die Geschwister Scholl ihre Flugblätter in der Münchner Universität abwerfen. Ein DORT, in dem die Mitglieder der Weißen Rose von einem Nazirichter zum Tode verurteilt werden. Jetzt, in diesem Augenblick.

David Grossmans zweiter Roman, der den Titel „Stichwort: Liebe“ trägt und 1986 in Israel erschien – die deutsche Übersetzung kam 1991 heraus – handelt genau von jenem Land, das DORT heißt. „Stichwort: Liebe“ wurde von israelischen Kritikern enthusiastisch gefeiert. Grossman erzählt von einem neunjährigen Jungen namens Momik, der im Jerusalem des Jahres 1959 lebt. Er will das grauenhafte Geheimnis von DORT begreifen, das Schweigen der Erwachsenen um ihn herum durchbrechen. Er könnte ein normales Kind sein, lebte er nicht mit Verrückten zusammen. Nachts schreien sie, tagsüber sind sie ängstlich und hysterisch und haben seltsame Wahnvorstellungen. Sie tragen tätowierte Nummern und sprechen unentwegt von der „Nazi-Bestie“, die in jenem Land DORT haust. Auch Momiks Großvater Anschel Wasserman murmelt dauernd etwas von jenem Nazi. Am Ende versucht Momik, im Keller eine „Nazi-Bestie“ zu züchten, damit er sie zähmen kann. Er will sie lehren, von nun an nur noch gut zu den Menschen zu sein, damit das Schreien und das Irre-Sein um ihn herum endlich aufhört.
Dreissig Jahre später ist Momik Schriftsteller geworden, und immer noch will er jener „Nazi-Bestie“ auf die Schliche kommen und verstehen, was es mit jenem unheimlichen DORT auf sich hat. Das gelingt ihm erst, als er sich von den Fakten löst, als er aus der Fantasie über das Verhältnis seines Großvaters zu dem Nazikommandanten schreibt, der ihn einst gequält hat. David Grossman erzählt aus verschiedenen Perspektiven: nicht nur aus dem Blickwinkel des Opfers, sondern auch aus den Augen der „Nazibestie“ schaut er auf die Welt. Aus den Augen dessen, „der für das Leiden blind ist“.
Sie wissen, im vergangen Jahr gab es viel Aufregung um Jonathan Littels Roman „Die Wohlgesinnten“, der aus der Perspektive eines SS-Mannes erzählt ist. Darf er das? Darf ein Schriftsteller sich in einen Mörder hineinversetzen? Darf ein Jude das? David Grossman hat es Littel schon vor zwanzig Jahren vorgemacht. Naturgemäß erhebt sich sofort die Frage: Kann man sich überhaupt in die Motive seines Feindes einfühlen? Lässt es den Nazi nicht zu harmlos erscheinen, wenn man ihn versteht? Die Antwort lautet: David Grossman kann das. Und der Nazi erscheint überhaupt nicht harmlos, wenn man sich in ihn hineinversetzt. Im Gegenteil.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, David Grossman bekommt heute den Geschwister-Scholl-Preis verliehen. Die Geschwister Scholl kamen aus einem deutschnationalen, antisemitischen Umfeld – sie waren eigentlich dafür prädestiniert, mit den Massen unter dem Hakenkreuz zu laufen, zu grölen, zu marschieren. Aber die Mitglieder der „Weißen Rose“ haben sich an den eigenen Haaren aus diesem Sumpf gezogen, sie weigerten sich, Masse zu sein. „Wenn das deutsche Volk schon so in seinem tiefsten Wesen korrumpiert und zerfallen ist, dass es....das Höchste, das ein Mensch besitzt und das ihn über jede andere Kreatur erhöht, nämlich den freien Willen, preisgibt...wenn die Deutschen, so jeder Individualität bar, schon so sehr zur geistlosen und feigen Masse geworden sind, dann, ja dann verdienen sie den Untergang“ heißt es im 1. Flugblatt. Sehr früh sprachen die Mitglieder der „Weißen Rose“ im 2. Flugblatt vom Schicksal der Juden. Die „Weiße Rose“ war bereits Mitte 1942 bestens informiert. Sie sprechen von der Tatsache, dass seit der Eroberung Polens dreihunderttausend Juden in diesem Land auf bestialische Art ermordet worden sind. Und es heißt: „Hier sehen wir das fürchterlichste Verbrechen, dem sich kein ähnliches in der ganzen Menschheitsgeschichte an die Seite stellen kann.“

Warum ist es wichtig, im Zusammenhang mit David Grossman an diese Flugblätter zu erinnern? Aus zwei Gründen: Erstens scheint hier ein wichtiges Motiv seiner eigenen schriftstellerischen Arbeit auf: die Kritik an den Massen, der tiefe Schrecken davor, dass Menschen sich in eine Herde, einen Mob verwandeln und ihre Freiheit aufgeben. Zweitens, weil in diesen Flugblättern, wenn Sie mir gestatten, hier einen jiddischen Ausdruck zu verwenden – Tacheles geredet wird. Bei David Grossman wird auch Tacheles geredet. Ein herausragendes Motiv seiner schriftstellerischen Arbeit scheint mir die Sprachkritik zu sein, eine Sprachkritik, die gegen die sprachliche Lüge und die Irreführung der Menschen ankämpft, eine Sprachkritik, die ausbricht aus den gepanzerten Sprachformeln, in denen die Bürokraten, aber vor allem die Medien, unsere Wirklichkeit einzusperren suchen.

Im Gespräch mit den Deutschen, schreibt der Sprachkritiker David Grossman, muss man den richtigen Ton für einen „unverkrampften Dialog“ finden, will man nicht der Versuchung nachgeben, „emotionale Manipulationen mit ins Spiel zu bringen“. Bevor ein richtiger Dialog stattfinden kann, muss jeder der beiden Partner „die Geschichte, die er sich selbst erzählt, von allen Spuren der Sentimentalität, Idealisierung und Dämonisierung läutern und sich dazu erziehen, auf Manipulationen jeder Art zu verzichten.“ Das Schlüsselwort lautet dabei: erziehen, denn David Grossman ist als Sprachkritiker immer auch ein Erzieher in des Wortes altmodischer Bedeutung – ich schrecke nicht einmal vor dem Adjektiv „konservativ“ zurück. Er glaubt, dass Menschen durch die richtige Erziehung lernen können, sich von der von der Wirklichkeit verdorbenen Sprache zu befreien und dass hier der Schlüssel liegt, damit aus Massemenschen, die in der dunklen Menschenmasse verschwinden, wieder richtige Individuen werden. „Präzises Formulieren hat heilende Wirkung“, sagt Grossman, es „reinigt von den Manipulationen der Sprachschänder, man wird wieder Mensch“.

David Grossman, sie wissen es, gehört in Israel zu den Anhängern der Friedensbewegung. Manchmal muß er seine Gesprächspartner daran erinnern, daß er gar kein Politiker, sondern Schriftsteller ist. Grossman setzt sich schon lange für eine Zweistaatenlösung mit einer unabhängigen palästinensischen Nation an der Seite Israels ein. Der Königsweg, um zu diesem Ziel zu gelangen, führt Grossman über die Sprache. Als Romancier, schreibt er, sei es sein innigster Wunsch, mit dem „Anderen“ zu verschmelzen, den „Anderen“ von innen zu sehen. Das bedeutet auch: den Feind als Menschen mit Sehnsüchten und Träumen zu erkennen. Schriftsteller besitzen nach Grossman „die Kraft zur Korrektur“, eine „weltverändernde und welterschaffende Kraft.....die Kraft des tikkun“, also „Korrektur in dem tiefsten Sinn, den ihr die Kabbala“ verleiht, tikkun bedeutet wörtlich Reparatur. „Wenn wir schreiben“, so Grossman, „spüren wir die Welt in Bewegung, flexibel, voller Möglichkeiten“ – die Sprache führt „weg aus der Enge der Klischees“. Und so schrieb David Grossman das erste hebräische Buch Israels, das im Westjordanland spielt, „Das Lächeln des Lammes“, das sofort ein Erfolg wurde. „Das Lächeln des Lammes“ ist eine Selbstbefragung über die Verdrängungen innerhalb der israelischen Geschichte. Ihr Protagonist heißt Uri, so wie Grossmans Sohn, der 2006 im Libanonkrieg fiel. Uri spricht aus, was man in der Öffentlichkeit nicht sagen durfte. Uri ist mit dem törichten Lächeln des Lammes eine Art israelischer Schwejk – er stört die öffentlichen Lügen und das Verschweigen.

David Grossman erwies sich eben immer wieder als Pionier: So wie er zu den ersten gehörte, die in Israel den Holocaust literarisch thematisierten, über die Verwüstungen sprach, die dieser Völkermord im Leben der Kinder und Enkel anrichtete – so wie er der erste jüdische Schriftsteller war, der sich in einen Nazizäter einzufühlen suchte – so gehörte er auch zu den Ersten seiner Generation, die über die Palästinenser schrieben. Sein Motiv ist immer die Sprachkritik, hinter die von der Sprache verzerrte Realität zu kommen: Ein Versuch, jenseits der Klischees über die Nazizeit nachzudenken; ein Versuch, jenseits der Beschönigungen die Wirklichkeit der Besatzung zu sehen. Kurz: Grossman versucht poetisch, dichterisch Tacheles zu reden. 1987 bereiste er das Westjordanland, um sich selbst ein Bild zu machen: „Was ist bloß mit uns geschehen?“ wollte er wissen. Das Ergebnis dieser Reise war der Bericht „Der gelbe Wind“. Der Titel stammt von einem arabischen Mythos, „Rih Asfer“, gelber Wind heißt jener schreckliche Ostwind, der alle paar Generationen wütet und die Welt in Brand setzt. Grossman geht scharf mit der israelischen Gesellschaft ins Gericht, aber er kritisiert immer auch die Palästinenser und ihre Führung, die nie eine Chance verpassten, wenn es darum ging eine Chance zu verpassen.

David Grossman ist ein Freund des Friedens, aber er ist kein Pazifist. Er begrüßt ausdrücklich, dass Israel eine schlagfertige Armee hat, dass die Juden endlich nicht mehr wehrlos sind. Den Libanonkrieg des Jahres 2006, in dem sein Sohn Uri fiel, hielt er für legitim: Israel habe damals „mit Recht eine Gegenoffensive“ gestartet. Grossman ist und bleibt ein patriotischer Israeli, ein Zionist. „Die pure Tatsache der Existenz des Staates Israel ist für mich eine Art Wunder, das uns als Volk geschah“, sagt er. „Ein politisches, nationales und menschliches Wunder. Ich vergesse dies nicht einen Moment. Auch nicht, wenn vieles in unserer Realität mich empört und demprimiert, auch nicht, wenn das Wunder immer mehr in Routine und Armseligkeit, Korruption und Zynismus zerfällt.“ David Grossmans Kollege Amos Oz hat diese Haltung einmal in die prägnante Formel gefasst: „Ich mag Israel nicht, aber ich liebe es.“

Es gibt einen Roman von David Grossman, den wir auf Deutsch noch nicht lesen können: „Ischá boráchat mi b’sora“ lautet sein hebräischer Titel: eine Frau flieht vor der Nachricht. Er handelt von Ora, einer Mutter, und ihrem Sohn Ofer, und ihrem Geliebten Avram; Grossman schildert, wie Ofer sich 2003 freiwillig zu einer Militäraktion im Westjordanland meldet, und hinterher flüchtet Ora, sie will das Entsetzliche, das Undenkbare nicht wissen, nicht hören, sie will nicht erreichbar sein. Und Avram, ihr Geliebter, fordert sie auf, zu erzählen. Er flüstert, er schreit sie an. Wie in Trance erzählt Ora dann von ihrem gemeinsamen, ihrem gefallenen Kind. Als Grossman anfing, dieses Buch zu schreiben, lebte sein Sohn Uri noch. Er nahm regen Anteil an diesem Roman. Und dann holte die Wirklichkeit das Buch ein und machte es auf grauenhafte Weise wahr. Grossmans Sohn Uri, der brave Soldat Schweijk aus „Das Lächeln des Lammes“, fiel im Jahr 2006 – unmittelbar vor dem Waffenstillstand mit der Hisbollah. In einem offenen Brief hatten David Grossman, Amos Oz und A. B. Jehoshua schon zuvor den Waffenstillstand gefordert. Als Uri ums Leben kam, war der Roman noch nicht fertig, der Schmerz gab ihm die letzte Form. Das Schreiben, sagt David Grossman, verlieh ihm die Kraft, mit dieser Tragödie zu leben. Das „präzise Benutzen der Worte“ sei ihm zur Medizin geworden.

Lieber David Grossman, Sie schreiben in Ihrem Essayband „Die Kraft zur Korrektur“ über den jüdischen Glauben, dass jeder Mensch am oberen Ende des Rückgrats einen Knochen hat, den „lus“, der die Essenz seiner Seele enthält. Auch wenn der Mensch zerstört wird, auch wenn man ihn tötet, verbrennt, erschlägt, sein „lus“ bleibt erhalten und mit seiner Hilfe wird er dereinst wiederauferstehen. Wenn man Ihre Bücher liest, wird klar, was Ihr persönlicher „lus“ ist. Leider gibt es nur ein furchtbar altmodisches Wort dafür, nämlich „Menschenliebe“. Das ist die Quelle, aus der Sie die Kraft schöpfen, jeden Tag weiterzuleben, und es ist die Quelle, aus der Ihre schriftstellerische Phantasie sprudelt. Ihre Menschenliebe, Ihr „lus“, ist der tiefere Grund für Ihren Widerwillen gegen Schönfärbereien und Phrasen, und Ihre Menschenliebe macht Sie – im allerbesten, im klassischen Sinn dieses Begriffes – zu einem naiven Schriftsteller. Sie entscheiden sich bewußt für die Naivität, weil Sie kein Zyniker werden wollen. Wenn Sie heute den Geschwister-Scholl-Preis verliehen bekommen, dann ehren wir damit aber zugleich die israelische Gesellschaft, in der bei aller Kritikwürdigkeit ein „lus“ wie der Ihre zur Geltung kommt.

© Dr. Rachel Salamander, München 24.11.2008

 

Dr. Rachel Salamander ist Herausgeberin der Literarischen Welt, der Literaturbeilage von Die Welt, Autorin und Leiterin der Literaturhandlung, spezialisiert auf Literatur zum Judentum.

 

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