Presse

Pressemeldung

München, 16.November 2009

Standing Ovations für den Geschwister-Scholl-Preisträger 2009

Roberto Saviano nahm die Auszeichnung für „Das Gegenteil von Tod“ persönlich entgegen

Der Geschwister-Scholl-Preis 2009 wurde dem italienischen Schriftsteller Roberto Saviano verliehen. Er nahm die Auszeichnung für sein aktuelles Buch „Das Gegenteil von Tod" persönlich entgegen. Darüber hinaus erhielt er den Preis für sein engagiertes Schreiben insge-samt, das im Sinne des Preises von geistiger Unabhängigkeit zeugt und geeignet ist, bürgerliche Freiheit, moralischen, intellektuellen und ästhetischen Mut zu fördern und dem gegenwärtigen Verantwortungsbewusstsein wichtige Impulse zu geben.

Nach Savianos Dankesrede wollte der Applaus lange nicht verebben. "Die Verleihung dieses Preises ist für mich eine konkrete Bestätigung. Mit diesem Preis schützen Sie mich mehr als ein bewaffneter Personenschutz“, waren seine bewegenden Worte.

„Wir alle wollen ein Stück mithaften für Roberto Savianos Unversehrtheit. Und für die Hoffnung, dass er eines Tages wieder ein Leben führen kann, das diesen Namen auch verdient. Dann vielleicht sogar in einem normalen europäischen Land, in dem Schriftsteller sich nicht mehr verstecken müssen“, sagte Giovanni di Lorenzo in seiner Laudatio.

Ein Wort sei zurückgekehrt ins Bewusstsein, in unsere Alltagssprache, so beginnt Wolf Dieter Eggert seine Rede: „Ein einziges Wort, das alle bisherigen Geschwister-Scholl-Preisträger charakterisiert, allen voran unseren heutigen, dreißigsten und selbst erst dreißigjährigen Roberto Saviano: ich spreche von Zivilcourage“.

Am Nachmittag vor der Preisverleihung traf der Preisträger auf ausgewählte Studenten des Geschwister-Scholl-Instituts. Beide Seiten genossen das offene Gespräch sichtlich. Den Studenten soll auch zukünftig ein Gespräch mit den kommenden Preisträgern ermöglicht werden.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern und die Landeshauptstadt München vergaben den mit 10.000 Euro dotierten Geschwister-Scholl-Preis dieses Jahr zum 30. Mal. Zu den bisherigen Preisträgern zählen David Grossmann, Anna Politkovskaja, Saul Friedländer, Necla Kelek und Arno Gruen, um nur einige Namen zu nennen. Die Jury schreibt in ihrer Begründung, dass der gerade 30jährige Saviano den Mut hat, die Wahrheit zu sagen: „Er spricht Dinge aus, die in Italien fast niemand zu sagen wagt und hat damit auch unseren Blick auf Italien verändert.“ Schon mit seinem literarischen Debüt „Gomorrha“ (2006) hat er einer breiten Öffentlichkeit vor Augen geführt, wie die Mafia, speziell die Camorra, immer noch das Leben der Menschen systematisch zerstört. Ausdrücklich verweist die Jury auf die Klarheit und Intensität der Sprache Savianos, die seine Essays, Reportagen und Erzählungen so erschütternd macht: sie ist nüchtern, gleichzeitig empathisch, zart und in höchstem Maße poetisch. Seine literarische Wucht ist gespeist aus dem Zorn über die weltweite Macht der organisierten Kriminalität – trotzdem ist Roberto Saviano fähig wie kein anderer, die komplexen Sachverhalte eindringlich und allgemeinverständlich darzustellen. Damit leistet er ungeachtet seiner eigenen Situation einen einzigartigen Beitrag zum Verständnis des Leidens seiner Mitmenschen in seiner Heimat.
Der Geschwister Scholl-Preis ehrt somit einen Autor, der unter Einsatz seines Lebens dagegen anschreibt, eine ausweglos erscheinende Situation als gegeben hinzunehmen.

Gerne liefert wir Ihnen Bildmaterial. Schauen Sie sich die Impressionen des Tages mit dem Preisträger an und setzen Sie sich mit uns in Verbindung.

 

Pressemeldung

München, 1. Oktober 2009

Der Geschwister-scholl-preis 2009
geht an Roberto Saviano für "Das Gegenteil von Tod "

 

Der Geschwister-Scholl-Preis 2009 wird dem italienischen Schriftsteller Roberto Saviano verliehen. Er erhält den Preis für sein aktuelles Buch, "Das Gegenteil von Tod" – aber darüber hinaus für sein engagiertes Schreiben insgesamt, das im Sinne des Preises von geistiger Unabhängigkeit zeugt und geeignet ist, bürgerliche Freiheit, moralischen, intellektuellen und ästhetischen Mut zu fördern und dem gegenwärtigen Verantwortungsbewusstsein wichtige Impulse zu geben.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern und die Landeshauptstadt München zeichnen mit dem mit 10.000 Euro dotierten Geschwister-Scholl-Preis 2009 das Buch “Das Gegenteil von Tod“, darüber hinaus aber auch Savianos engagiertes Schreiben insgesamt aus. Der Geschwister-Scholl-Preis wird in diesem Jahr zum 30. Mal vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen David Grossmann, Anna Politkovskaja, Saul Friedländer, Necla Kelek und Arno Gruen, um nur einige Namen zu nennen. Die Jury schreibt in ihrer Begründung, dass der gerade 30jährige Saviano den Mut hat, die Wahrheit zu sagen: „Er spricht Dinge aus, die in Italien fast niemand zu sagen wagt und hat damit auch unseren Blick auf Italien verändert."

Schon mit seinem literarischen Debüt „Gomorrha“ (2006) hat er einer breiten Öffentlichkeit vor Augen geführt, wie die Mafia, speziell die Camorra, immer noch das Leben der Menschen systematisch zerstört. Ausdrücklich verweist die Jury auf die Klarheit und Intensität der Sprache Savianos, die seine Essays, Reportagen und Erzählungen so erschütternd macht: sie ist nüchtern, gleichzeitig empathisch, zart und in höchstem Maße poetisch. Seine literarische Wucht ist gespeist aus dem Zorn über die weltweite Macht der organisierten Kriminalität – trotzdem ist Roberto Saviano fähig wie kein anderer, die komplexen Sachverhalte eindringlich und allgemeinverständlich darzustellen. Damit leistet er ungeachtet seiner eigenen Situation einen einzigartigen Beitrag zum Verständnis des Leidens seiner Mitmenschen in seiner Heimat. Der Geschwister Scholl-Preis ehrt somit einen Autor, der unter Einsatz seines Lebens dagegen anschreibt, eine ausweglos erscheinende Situation als gegeben hinzunehmen.

 

Pressemeldung

München, 2. Oktober 2008

Der Geschwister-scholl-preis 2008
geht an David Grossman für "Die Kraft zur Korrektur"

 

Mit dem Werk David Grossmans wird ein Schaffen ausgezeichnet, das im weitesten Sinn an das Vermächtnis der Geschwister Scholl erinnert, von geistiger Unabhängigkeit zeugt und geeignet ist, bürgerliche Freiheit, moralischen, intellektuellen Mut zu fördern und dem verantwortlichen Gegenwartsbewusstsein wichtige Impulse zu geben.
Der Börsenvereins des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern und die Landeshauptstadt München zeichnen mit dem 10.000 Euro dotierten Geschwister-Scholl-Preis 2008 das Buch “Die Kraft zur Korrektur“ von David Grossman aus. Der Geschwister-Scholl-Preis wird in diesem Jahr zum 29. Mal vergeben. David Grossman reiht sich in die Riege bisheriger Preisträger, wie Anna Politkovskaja, Saul Friedländer, Necla Kelek oder Arno Gruen.
Grossman, der 1954 geboren wurde, habe wie kein anderer seiner Generation immer wieder neu über den Zusammenhang von Literatur und Politik nachgedacht, schreibt die Jury in ihrer Begründung. So plädiere er in Die Kraft zur Korrektur  für eine Literatur, die auch unter den Bedingungen des Krieges ein Refugium der Freiheit bleiben müsse, eine ideologiefreie Zone, in der (auch) die Koordinaten eines friedlichen Nebeneinander von Israelis und Palästinensern mit allen Konsequenzen gedacht und vermessen werden könne. Ausdrücklich verweist die Jury auf Grossmans zutiefst beeindruckendes erzählerisches Werk, seine nicht nachlassende Insistenz, den Dialog „im Katastrophengebiet“ nicht aufzugeben.

 

Pressemeldung

München, 23. September 2008

Neue Internetseite zum Geschwister-Scholl-Preis

Ab sofort zeigt die neue Internetseite www.geschwister-scholl-preis.de alle Informationen rund um den Geschwister-Scholl-Preis. Das Archiv des Literaturpreises, der vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern e.V. gemeinsam mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München seit 1980 vergeben wird, steht damit nach seiner Überarbeitung und Ergänzung wieder online zur Verfügung. Sie finden auf der neuen Plattform nicht nur alle Preisträger und die ausgezeichneten Titel sowie die Begründungen der Jury, sondern auch die zahlreichen Reden, die anlässlich der Verleihungen gehalten wurden.

Sinn und Ziel des Geschwister-Scholl-Preises ist es, jährlich ein Buch jüngeren Datums auszuzeichnen, das von geistiger Unabhängigkeit zeugt und geeignet ist, bürgerliche Freiheit, moralischen, intellektuellen und ästhetischen Mut zu fördern und dem gegenwärtigen Verantwortungsbewusstsein wichtige Impulse zu geben. Lesen Sie die Laudationes und wie die Preisträger jeweils ihren Dank ausdrücken – den Dank über einen Preis, über den
Elisabeth Bauschmid schreibt, er sei zu loben „auch dafür, weil er Bücher heraushebt aus dem Elend der schnell vergänglichen Ware, zu der das Buch heute geworden ist.“ Ihren ungekürzten Essay zur Geschichte des Geschwister-Scholl-Preises können Sie auf der Internetseite ebenfalls finden.

Dokumentiert werden die Verleihungen, nicht weit von dem Ort, an dem die Geschwister Hans und Sophie Scholl Ihre Flugblätter verteilt haben, auch immer wieder in Bildern, beispielsweise mit Ilya Politkovsky, der 2007 stellvertretend für seine Mutter Anna Politkovskaja den Preis entgegen genommen hatte. Der Preis wird seit 1980 vergeben und ist mit € 10.000,- dotiert.

 

25 Jahre Geschwister-Scholl-Preis

 

Geschwister-Scholl-Preis, Broschüre

 

2004 feierte der Geschwister-Scholl-Preis sein 25jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums wurde der Preis mit all seinen ausgezeichneten Büchern erstmals vollständig dokumentiert. Sie können diese Broschüre in unserer Geschäftsstelle anfordern.

Ansprechpartnerin:
Andrea Wolf, Tel. 089/29 19 42 41
wolf@buchhandel-bayern.de

 

 

 

Börsenverein des Deutschen Buchhandels - Landesverband Bayern e.V.

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